DER SAP EXPERTEN BLOG
NEWS UND TRENDS ZU
SAP BI & BW

Fit für Reporting Design - Bachelorarbeit entwickelt Richtlinien für Reporting

Ich heiße Manuel Piroth und studiere Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Worms. Meine Bachelorthesis habe ich bei Infocient Consulting GmbH in Mannheim geschrieben.


Ziel der Bachelorthesis – Allgemeine Regeln für die Gestaltung von Reports im SAP BW

Die Aufgabe der Bachelorthesis bestand darin, eine Richtlinie für das Reporting im SAP BW zu verfassen. In den Richtlinien werden allgemeine Regeln für die Gestaltung von Reports festgehalten. Die Bachelorarbeit beschreibt die Vorgehensweise und Entwicklung von allgemeinen Richtlinien für das Reporting im SAP BW. Mit den Richtlinien werden Standards im Unternehmen vereinbart, um das Erstellen von Reports zu erleichtern und den Zeitaufwand zu reduzieren. Außerdem erfolgt so eine Vereinheitlichung für die Erstellung von Frontend-Applikationen für alle Berichte.

Was ist ein SAP BW-System und was leistet es?

Die SAP hat mit ihrem SAP Business Warehouse (BW)-System ihr erstes und damit eigenes Data-Warehouse im Jahr 1998 entwickelt.

  • Das BW enthält Komponenten, um eine Data-Warehouse-Architektur aufzubauen.
  • Ebenso dient es dazu, die Daten aus unterschiedlichen Quellsystemen zu speichern.
  • Außerdem ermöglicht das BW, die Daten zu integrieren, zu transformieren und zu konsolidieren,
  • um diese anschließend auszuwerten, damit Entscheidungsprozesse unterstützt werden können.

 

Was ist die Zielsetzung eines guten Reportings?

Mittels Reporting soll Transparenz geschaffen werden. Das Ziel ist, Sachverhalte besser einzuschätzen, damit gegenwärtige Situationen verbessert werden können. Reporting Design zielt darauf ab, Informationen visuell so darzustellen, dass sie verständlicher und klarer werden. Denn visuelle Informationen werden 60.000 Mal schneller verarbeitet als reiner Text.

Die Zwecke des Reportings lassen sich unterteilen in

  • Dokumentation
  • Planung
  • Kontrolle bzw. Monitoring und
  • Steuerung

 

Wie haben sich die Richtlinien für das Reporting entwickelt?

Die historische Entwicklung der Richtlinien im Reporting hat bereits in der Antike begonnen und sich über die Neuzeit bis hin zur Moderne entwickelt.

Das erste kartografische Zeugnis ist eine Wandmalerei in der Türkei aus dem Jahr 6200 v. Chr. In der Neuzeit präsentierte Michaël Florent van Langren 1644 die erste bekannte statistische Visualisierung am spanischen Hof. Michael Florent van Langren - Abbildung der Entfernung zwischen Nullmeridian und Rom.jpg

Abb 1: Michaël Florent van Langren, Entfernungen zwischen Nullmeridian (damals Toledo) und Rom nach verschiedenen Berechnungen
Quelle: http://ssil.uoregon.edu/geog610/pdf/APUnitIWalls.pdf, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6085953

Jacques Bertin schuf im Jahr 1967 mit dem Information Design und der interaktiven Visualisierung den Beginn der Moderne.

Heutzutage kam das Information Design in Deutschland durch Rolf Hichert ins Rollen. Hichert entwickelte ein Regelwerk für die Visualisierung und Gestaltung von Tabellen und Diagrammen. 

Abbildung Überblick über Entwicklung im Reporting Design.png
Abb.2: Überblick über die Entwicklung von Richtlinien im Reporting, eigene Darstellung

 

Welche Tools werden zum Reporting bei SAP eingesetzt?

Für das Reporting stehen der SAP zum einen

  • die Tools aus dem Business Explorer und zum anderen
  • die Tools aus BusinessObjects zur Verfügung.

Die Basis für das Reporting auf SAP BW-Daten bilden die BW Queries, welche mit dem Query Designer erstellt werden.

 

Wie ist eine Reporting Applikation aufgebaut?

Der Aufbau einer Applikation setzt sich zusammen aus den Bestandteilen

  • Background
  • Header
  • Chartarea und
  • Footer

 Aufbau einer Reporting Applikation.jpg

Abb. 3. Aufbau einer Reporting Applikation
 

Was bildet die Chartarea ab?

In der Chartarea werden die unterschiedlichen Darstellungsformen wie Tabellen, Heatmaps und Diagramme dargestellt.

 

Wie weiß der Anwender, welche Darstellungsform zu verwenden ist?

Zu den Diagrammen zählen unter anderem das Punkt-, Balken-, Liniendiagramm und die Treemap.
Jedes dieser Diagramme hat besondere Stärken in der Darstellung von Sachverhalten. Daher müssen Anwender zunächst klären, welche Aussage getroffen werden soll.

  • Rangfolgen, wie die Darstellung von Umsätzen verschiedener Produktgruppen, lassen sich sortiert vom Größten zum Kleinsten gut mit einem Balkendiagrammm darstellen
  • Für die Darstellung von Zeitreihen, z.B. die Entwicklung von Umsätzen über mehrere Jahre, eignet sich ein Liniendiagramm.

Die Bachelorthesis erläutert für jede Darstellungsform den empfohlenen Aufbau, was zu beachten ist, das bevorzugte Einsatzgebiet und weitere Eigenschaften. So ist für Benutzer leicht zu sehen, wann welche Grafik verwendet werden sollte.

 

Wie können Werte hervorgehoben werden?

  • Eine Möglichkeit, um Objekte bzw. Werte hervorzuheben, erfolgt mit der Änderung der Größe. Je nach Größe können die Daten als höher- bzw. gleichwertig dargestellt werden.
  • Eine andere und weitaus umfangreichere Möglichkeit um Daten hervorzuheben ist die Verwendung von Farben.
    Dabei sollten vor allem die Punkte Sparsamkeit, Durchgängigkeit, Stimmungswirkung und der Einsatz von Farben beachtet werden.
  • Die letzte Möglichkeit um Daten hervorzuheben kann mit einer bestimmten Platzierung erreicht werden.

 

Wie werden Dashboards aufgebaut?

Dashboards werden genutzt, um informationsverdichtete und hochaggregierte Informationen in grafischer oder tabellarischer Form auf einem Bildschirm anzuzeigen.

Der Aufbau der Dashboards setzt sich dabei zusammen aus dem

  • Kommentarbereich
  • Diagrammbereich
  • Metadaten- und
  • Logobereich
Aufbau eines Dashboards.jpgAbb.3: Aufbau eines Dashboards, eigene Darstellung

Unterschieden wird in:

  • interaktive
  • strategische und
  • operative Dashboard Typen

Jeder Dashboard-Typ hat ein bevorzugtes Einsatzgebiet und besitzt unterschiedliche Eigenschaften, die in der Bachelorthesis genauer erläutert werden.

Eine Checkliste hilft, die entwickelten Dashboards auf ihre Richtigkeit zu überprüfen.


Fazit

Reporting Design bekommt in Unternehmen eine hohe und steigende Bedeutung, um wichtige Zusammenhänge aus dem kontinuierlich wachsendem Datenmaterial identifizieren zu können. Reporting Design hat das Ziel, Informationen so darzustellen, dass sie unmittelbar verständlich und klar sind. Richtlinien helfen bei einer durchgängigen Gestaltung lesbarer und verständlicher Reports. Das ist eine wesentliche Erkenntnis, die ich bei meiner Arbeit gewonnen habe und von der ich in Zukunft noch viel profitieren werde.


Mehr zur Visualisierung von Daten finden sich in unserem Buchtipp "Effective Data Visualization - The Right Chart for the Right Data" von Dr. Stephanie Evergreen.

Über diesen Blog

Die Wissensexperten von Infocient Consulting, Mannheim, informieren Sie über Neuigkeiten aus der SAP BI und SAP BW-Welt. Unternehmensnachrichten und Erfahrungen unserer Auszubildenden zeigen Ausschnitte unseres spannenden Beratungsalltags.
Informieren Sie sich stets aktuell für Ihren Wettbewerbsvorteil - hier und auf unseren Social Media Kanälen wie Twitter, Facebook, Google+ und XING.

Top BI und BW Wissen

Aktuellste Beiträge

Infocient Mannheim - SAP Consulting