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Buchtipp: "Storytelling mit Daten"

24. 11.2017 Anja Kaup Buchtipp

Cole Nussbaumer Knaflic hat eine Mission: „Die Welt von schlechten PowerPoint-Folien zu befreien.“ Sie hat ein Talent, mit Daten Geschichten zu erzählen. Zu Beginn Ihrer Karriere im Bankenwesen erkannte sie, dass Daten durch Visualisierung greifbar und begreifbar wurden. Ihre Erkenntnisse gibt sie in diesem Buch und in Workshops und Präsentationen weltweit weiter.

Ziel des Buches

Da es die Technologie ermöglicht, immer größere Datenmengen zu sammeln, wird es immer wichtiger, diese Daten zu verstehen. Erst wenn Daten visualisiert sind und eine Geschichte erzählen, können wir sie als Informationen für eine bessere Entscheidungsfindung nutzen.

Das Buch konzentriert sich auf den Prozess, wie mit Daten Geschichten erzählt werden können. Es geht nicht darum, nur die Werkzeuge zur Darstellung von Daten zu nutzen, da Werkzeuge die Geschichten in den Daten nicht kennen. Das Buch hilft, Daten so zu visualisieren, dass sie eine informative und spannende Geschichte erzählen.

Zielgruppe des Buches

Eine effektive Datenvisualisierung kann über Erfolg und Scheitern entscheiden, wenn Studienergebnisse präsentiert oder Präsentationen für eine Prüfung oder den Vorstand gehalten werden sollen. Daher richtet sich das Buch an alle, die Daten in ihrer Kommunikation verwenden – von Studenten über Analysten bis hin zu Managern.

Aufbau des Buches in Kernlektionen

Ziel des Buches ist, in sechs Kernlektionen zu vermitteln, wie mit Daten Geschichten erzählt werden können. Die Kernlektionen sind:  

  1. Den Kontext verstehen
    Für den Erfolg einer Präsentation ist es wesentlich zunächst zu klären, wer das Publikum ist, was es wissen oder tun soll und welche Daten zur Verfügung stehen. Als einfaches Hilfsmittel für ein erstes Storyboard empfiehlt die Autorin die Arbeit mit Post-it-Zetteln.
  2. Eine angemessene visuelle Darstellung wählen
    Die Autorin analysiert die am häufigsten verwendeten visuellen Darstellungsmethoden in ihren Anwendungsmöglichkeiten mit Fallbeispielen. Warum Tortendiagramme und 3D-Darstellungen vermieden werden sollen ist am Ende des Kapitels ebenfalls klar.
  3. Wirrwarr entfernen
    Alle Elemente, die unnötige Aufmerksamkeit auf sich ziehen, sollten entfernt werden. Dabei geht es darum, die Gestaltprinzipien der visuellen Wahrnehmung zu kennen und zu nutzen. Weißräume und Kontraste sind wichtige Elemente einer durchdachten Gestaltung.
  4. Die Aufmerksamkeit in eine gewünschte Richtung lenken
    Kurze Ausführungen über das Sehen und Gedächtnis zeigen, warum präattentive Merkmale wie Größe, Farbe und Platzierung oder Anordnung wichtig sind.
  5. Wie ein Designer denken
    Anerkannte Regeln traditioneller Designkonzepte, wie Verständlichkeit und Ästhetik helfen bei der Kommunikation von Daten.
  6. Eine Geschichte erzählen
    Wie die Konzepte des Storytelling für erfolgreiche Präsentationen genutzt werden können, einschließlich der Wirksamkeit von Wiederholungen versteht der Leser am Ende dieses Kapitels.

Ein weiteres Kapitel widmet sich dem Prozess des Storytelling mit Daten als Ganzes. Es betrachtet die sechs Kernlektionen an einem konkreten Beispiel vom Anfang bis zum Ende.

Im Kapitel „Fallstudien“ wendet Nussbaumer Knaflic die fünf Lektionen auf bestimmte Herausforderungen in fünf Studien an. Das letzte Kapitel „Schlussgedanken“ fasst die Erkenntnisse zusammen und liefert weitere Tipps für die nächsten Schritte: Gute Kenntnis des eigenen Grafikprogramms, häufige Anpassungen und Feedback, ausreichend Zeit für diesen Teil des Prozesses, Inspiration von anderen (Liste von favorisierten Blogs und Quellen) und Spaß haben und den eigenen Stil finden.

Besonderheiten des Buches

  • Die Lektionen sind chronologisch aufgebaut. Sie folgen dem Prozess des Storytellings und sollten in dieser Reihenfolge gelesen werden.
  • Jedes Kapitel enthält farblich abgesetzte Literaturempfehlungen, Tipps zur Darstellung und Anleitungshinweise. Eine farblich gut abgesetzte Zusammenfassung beendet jedes Kapitel.
  • Die Lektionen sind anwenderorientiert Theoretische Ausflüge geschehen nur, um das Verstehen zu unterstützen.
  • Das Buch führt die fünf Kernlektionen aus Nussbaumer Knaflics Workshops aus und ergänzt eine weitere Lektion „Wie ein Designer denken“. Sie erlaubt den Lesern Einblicke in ihren Denkprozess bei der visuellen Gestaltung von Informationen.
  • Viele Vorher-Nachher-Beispiele vermitteln konkret, wie Storytelling mit Daten funktioniert.
  • Fallstudien illustrieren die besprochenen Ideen.

Fazit

Das Buch ist leicht und schnell zu lesen und anwenderorientiert geschrieben. Es vermittelt vor allem über die vielen Vorher-Nachher-Beispiele eine gekonnte Anleitung zur besseren Visualisierung von Daten. Die Autorin untersucht die Formen visueller Darstellung – wann eignet sich einfacher Text, Tabellen, Heatmaps, Linen-, Balken- oder Streudiagramm. Sie geht darauf ein, wie wir sehen und wie dieses Wissen bei der Gestaltung von Grafiken genutzt werden kann.

Der Zusatznutzen dieses Buchs besteht darin, dass es zeigt, wie die Konzepte des Storytelling genutzt werden können, um Daten wirksamer zu kommunizieren. Dafür sollte eine Geschichte in Bezug auf ein Problem des Publikums formuliert werden, damit es an der Lösung interessiert ist. Leser lernen, wie sie eine Geschichte formulieren, statt einfach Daten zu präsentieren. Sie erhalten Ideen für sinnvolle Inhalte bei der Formulierung von Geschichten.


Storytelling mit Daten: Die Grundlagen der effektiven Kommunikation und Visualisierung mit Daten, Autor: Cole Nussbaumer Knaflic. Verlag Franz Vahlen München, 2017, 226 Seiten.

Mehr von Cole Nussbaumer Knaflic finden Sie auf Ihrem Blog storytellingwithdata.com.


Ein Ratgeber für die Auswahl der Datenvisualisierung
ist das Buch "Effective Data Visualization" von Dr. Stephanie Evergreen, das wir hier besprechen.

Über diesen Blog

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